Heute habe ich mich mal wieder im Muster der „Aufheberitis“ erwischt!
Aufheberitis…nein ist kein Tippfehler! Ich meine nicht die Aufschieberitis und auch nicht das Anhäufen von Gegenständen die man mutmaßlich irgendwann mal braucht.
AUFHEBERITIS… das ist das aufheben von Dingen und Vorhaben für einen späteren, wertvolleren oder besser geeigneten Moment.
Vielleicht kennst Du das auch?
Das Lieblingsparfum nur für „besondere Momente“, die teure Unterwäsche nur wenn der Moment und die Location passen um Sie entsprechend zu präsentieren. Das Gute Outfit nur für ein würdiges Ereignis, das Kleidungsstück erst wenn ich wieder das richtige Gewicht dazu habe, einem geliebten Menschen sagen wie viel er uns bedeutet oder wie sehr er uns fehlt erst wenn der passende Moment da ist. Sich wahrhaftig zeigen- erst wenn es dem anderen gut geht und wir nicht zur Last fallen. Innige Momente genießen, erst wenn wir uns sicher sind, dass uns nichts passiert.
Ich kenne dieses Muster seit ich denken kann. Im integralen Coaching sprechen wir unter anderem von Familienloyalitäten und gelebten Systemkulturen. Und ja das Muster der Aufheberitis kenne ich seit ich denken kann. Es war und ist Teil der Kultur in meinem Herkunftsystem. Ob es Kleidungsstücke waren, Schmuck, Lieblingsdüfte, Schuhe, es wurde und wird geprüft ob es denn der Moment und die Situation grade wert ist das „Gute“ zu nehmen und oder zu kaufen, oder ob es warten kann auf einen besseren oder wertvolleren Moment. Ich bin mir sehr bewusst, dass ich dadurch dass ich es aufrecht erhalte auch einen Teil meiner Herkunft (liebe Grüße an Deine Seele liebes Ömchen) ehre.
Doch heute Morgen war wieder so ein Moment, ich war im Bad und wollte mich für den Tag fertig machen und griff unter der Dusche nach dem „guten Duschzeug“ das ich geschenkt bekommen habe…es duftet grandios und fühlt sich auf der Haut richtig seidig an. Und der Duft begleitet einen nach dem Duschen mehrere Stunden….Und was tue ich???…ich stelle es wieder zurück und beobachte mich beim Denken. „Doch nicht heute- das ist zu schade!“. Wie selbstverständlich greife ich nach dem Alltagsduschgel- allein schon drollig da so zu unterscheiden- und will es grade in meine Hand geben als ich mich bei der Aufheberitis erwische.
Kopfschüttelnd reflektiere ich was ich da eigentlich grade mache… „Das ist zu schade!“ Für wen oder was zu schade? In diesem Moment ist es mir zu schade gewesen…bedeutet im Kehrschluss ich alleine war mir selbst nicht wertvoll genug um das teure Duschzeug zu nehmen und redete mir ein es brauche eine besondere Gelegenheit mich damit einseifen zu dürfen.
PÖÖÖÖÖHHHHH! Oder um es mit meiner Öcher Schlabberschnauze zu sagen „FUCK IT!“
Muster erkannt…Gefahr gebannt 😉
Da war es wieder…sich selbst nicht wertvoll genug zu fühlen, mir selbst nicht wichtig genug zu sein um mir JETZT, weil ich JETZT Lust darauf habe das Gute zu gönnen!
Ganz bewusst entschied ich mich gegen das Muster. Und erinnerte mich an die Worte meines Heilpraktikers dass meine ursprünglich angelegte Stärke darin liegt ein Gegenwartsfokussierter Typ zu sein.
Also… Fokus auf die GEGENWART… Und JA…. JETZT in DIESEM MOMENT habe ICH GEGENWÄRTIG das Bedürfnis mich mit genau diesem Duschzueug einzureiben- auch wenn ich heute nur online Termine haben und es noch kein Geruchszoom gibt😊 und ich entscheide mich JETZT ganz BEWUSST, dass ICH es mir wert bin mir das zu gönnen, ohne dass es eines weiteren Anlasses bedarf!
Entschlossen griff ich nach dem guten Duschzeug und seifte mich damit ein. Und traf die Entscheidung mir heute das GUTE wert zu sein. Ich zelebrierte diesen Entschluss mit der „guten“ Bodylotion und den „besonderen“ Produkten in meinem Kosmetik Körbchen. Wählte die „gute“ Unterwäsche obwohl sie außer mir heute niemand zu sehen bekommen würde, zog die bequeme Hose an, der mittlerweile ansieht dass es meine Lieblingshose ist. Wählte den besonderen Pullover den ich meinem Freund gemoppst habe, zieh meine Kuschelsocken und einen Kuschelschal an und mach mich an die Arbeit. Heute mit dem bewussten Fokus mir das zu gestatten, wonach mir grade ist und es mir wert zu sein das auch zu tun.
Und für heute ist mir das ganz gut gelungen 😉.
Und Du so? Wann schlägt bei Dir die Aufheberitis zu? Was gönnst Du Dir nur an besonderen Tagen, oder zu besonderen Gelegenheiten? Wem möchtest Du Dich mitteilen und wartest auf den richtigen Moment?
Wozu warten?
Wir leben dieses Leben nur einmal (über vergangene und künftige reden wir jetzt nicht 😉 )also tu das was Dir gut tut und wonach Deine Seele ruft.
Man/frau muss auch sich selbst mal gönnen können! <3
Ich würde mich freuen wenn Du Dich inspiriert fühlst und Dir auch was Gutes tust und Dir was von dem Guten gönnst was Du sonst immer aufhebst und für später aufsparst.
In diesem Sinne: FUCK THE AUFHEBERITIS!
Dickes Bussi durchs Netz,
Treya